Erneuerbare Energie

Erfolgsmeldung aus Kirchstockach

18. Januar 2010
Kirchstockach Bohrturm
Kirchstockach Bohrturm

Strom und Wärme aus Geothermie auf dem Vormarsch

Das geplante Geothermieprojekt in Bernried befindet sich in guter Gesellschaft. So sind in Bayern derzeit nicht nur neun Geothermieanlagen zur Wärmeversorgung in Betrieb und dutzende weitere geplant bzw. bereits in der Bohrphase, auch mehrere kombinierte Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung stehen kurz vor der Realisierung und werden damit dem ersten Projekt dieser Art in Unterhaching folgen.

Die jüngste Erfolgsmeldung kommt aus Kirchstockach (Gemeinde Brunnthal) im südöstlichen Landkreis München. Dort hat die Süddeutsche Geothermie-Projekte Gesellschaft (SGG) Ende vergangenen Jahres die zweite Bohrung mit einer Endteufe von 4.452 Metern erfolgreich beendet. Die erste Bohrung, mit einer Bohrstrecke von rund 4.200 Metern, war nach rund drei Monaten Bohrzeit bereits im August 2009 erfolgreich abgeschlossen worden und hatte rund 140 Grad heißes Thermalwasser mit einer förderbaren Menge von rund 150 Litern pro Sekunde erschlossen.

Noch im Jahr 2010 soll in Kirchstockach der Bau eines Stromkraftwerks mit einer Leistung von etwa fünf Megawatt beginnen. Ein Antrag auf Vorbescheid wurde bereits eingereicht und vom Bauausschuss der Gemeinde Brunnthal ohne Gegenstimme verabschiedet. Bürgermeister Stefan Kern bezeichnete das Vorhaben als „Standortvorteil für Brunnthal".

In den Startlöchern steht auch das Geothermieprojekt in Geretsried (Landkreis Wolfratshausen). Mit drei Bohrungen, die in rund 5.000 Meter Tiefe führen sollen, wollen die Hörmann-Gruppe aus Kirchseeon und die Geysir Europe GmbH das nach eigenen Angaben größte Geothermiekraftwerk Deutschlands realisieren. Erwartet wird ca. 130 Grad heißes Thermalwasser mit einer Schüttung von 170 Litern pro Sekunde. Die Bohrungen sollen im Juni 2010 beginnen und bis 2011 abgeschlossen sein, die Errichtung des Kraftwerks im Jahr 2012. Rund fünf Megawatt elektrischer Leistung und zusätzlich 50 Megawatt an thermischer Energie zur Wärmeversorgung wird das geplante Kraftwerk bereitstellen.