Geothermie

Geretsried: Der Bohrmeißel dreht sich wieder

04. Mai 2017

Bohrarbeiten für das Geothermieprojekt in Geretsried haben begonnen

Beginn der Bohrarbeiten in Geretsried
Beginn der Bohrarbeiten in Geretsried
 

Was vor zehn Jahren mit dem ersten Spatenstich begann, kann endlich fortgeführt werden: Auf dem Hofgut Breitenbach wird wieder nach heißem Thermalwasser gebohrt.

Über drei Jahre sind seit dem ersten gescheiterten Versuch vergangen. Wobei die Bohrung an sich damals „hervorragend" verlaufen sei, sagte Dr. Robert Straubinger von der Gesellschaft Enex Power Germany, die das Projekt von den Isländern übernommen hatte. Aber das Wichtigste fehlte: ausreichend heißes Wasser. 35 Millionen Euro kostete Enex die trockene Bohrung. „Wir hatten damals ein falsches Ziel gewählt", erklärte der Geschäftsführer.

Es folgten viele Analysen und neue Untersuchungen durch Fachunternehmen. Enex schaffte es außerdem, dass das Projekt vom Bundeswirtschaftsministerium mit einem Millionenbetrag unterstützt und wissenschaftlich begleitet wird. Im Dezember war das Erdreich zusätzlich mit Geophonen vermessen worden, und der Bohrpfad wurde Anfang des Jahres noch einmal geändert. Zwar bleibt es bei der sogenannten Ablenkbohrung, bei der das bestehende Bohrloch genutzt werden kann. Aber der Pfad zweigt laut Enex-Geschäftsführer Andreas Gahr erst bei etwa 4.000 Metern ab und nicht wie ursprünglich geplant schon bei 2.600 Metern. Ziel sind dolomitische Kluftzonen in einer Tiefe von 4.800 Metern. „Wir hoffen auf mehr als 60 Liter Wasser die Sekunde, das mindestens 150 Grad heiß ist", sagte Gahr.

In sechs bis acht Wochen will das beauftragte Bohrunternehmen Daldrup & Söhne die wasserführende Schicht erreichen und mit den ersten Pumpversuchen beginnen. Verlaufen sie positiv, ist der Weg frei für die Reinjektionsbohrung zwei Kilometer nördlich des Josefa-Burger-Tierheims. Dort wird das geförderte Wasser später wieder in die Erde zurückgeführt. Daldrup-Vorstand Andreas Tönies ist zuversichtlich: „Die Fündigkeitswahrscheinlichkeit liegt bei 90 Prozent."

Quelle:  Merkur