Geothermie

Gute Nachrichten aus Geretsried: Erste Kerne und wiederkehrende Spülungsverluste

18. August 2017

Deutliche Spülungsverluste als positives Signal in Geretsried

Bohrkerne aus Geretsried. Bildquelle LIAG
Bohrkerne aus Geretsried. Bildquelle LIAG
 

Die Geothermiebohrung in Geretsried "GEN-1ST-A1" ist geowissenschaftlich hoch interessant. Aus 5.018 m und 5.035 m Bohrtiefe sind Kerne gezogen worden, die einen dunklen mikritischen Kalk zeigen. Dieser an sich sehr dichte Kalk ist gerade im unteren Bereich durchzogen von kalzitverheilten Klüften. Mikroskopische Haarrisse zeigen jedoch nur Teilverfüllungen, so dass offene Risssegmente zurückbleiben, in die Kalzitkristalle hineinwachsen und kleinste Hohlräume hinterlassen.

Die Kerne werden momentan von der TU München und dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) auf ihren fossilen Inhalt hin untersucht. Unter diesem dichten Gestein folgt nun ein hellgrauer Kalk, der sich bereits im unteren Kern angedeutet hat. Das Kernen wurde nach zwei Kernklemmern zunächst ausgesetzt und wird später fortgesetzt.

Zwischenzeitlich ist die Bohrung in 5.160 m, was einer vertikalen Tiefe von gut 4.640 m entspricht. Seit zwei Tagen treten vermehrt immer wieder deutliche Spülungsverluste auf. Damit bestätigt sich der kluftkontrollierte Speicherbereich in dieser enormen Tiefe.

Quelle: Bundesverband Geothermie