Geothermie

Auch Puchheim setzt auf umweltfrendliche Geothermie

30. August 2017

Wärme aus 2.300 Metern Tiefe

Puchheim
Puchheim
 

Nachdem im vergangenen Jahr ermutigende geologische Untersuchungen stattgefunden haben, hat jetzt der Stadtrat in seiner Ferienausschusssitzung das Bohren und damit die Erschließung des heißen Wassers zur Fernwärmenutzung auf den Weg gebracht. Einen Zeitplan mit dem Datum, wann eine erst noch zu gründende gemeinsame Bohrgesellschaft in Aktion treten wird, muss die neue Fördergesellschaft erst noch festlegen.

Beschlossen wurde, zusammen mit der Geysir Europe GmbH eine Kommanditgesellschaft als Fördergesellschaft zu gründen. Diese soll die Geothermieanlage errichten und später die aus dem Betrieb des Geothermie Kraftwerkes gewonnene Heizenergie vermarkten. Mehrheitskommanditistin der "geopex Gmbh & Co. KG", so der Name der gemeinsamen Fördergesellschaft, ist die Geysir Europe GmbH. Die Stadt Puchheim ist als Minderheitskommanditistin dabei. Die Geysir GmbH ist auf dem Gelände der Bavaria Filmgesellschaft in Grünwald angesiedelt. Das Unternehmen präsentiert sich auf seiner Internetseite als Firma, "die einen Beitrag zum Stopp der globalen Erwärmung durch Erzeugung sauberer geothermischer Energie" leisten will.

Die Geysir GmbH betreibt bereits ähnliche Projekte in Taufkirchen, Starnberg, Neuried und im Allgäu sowie in Italien. Die geologischen Untersuchungen wurden in Puchheim von der Exorka GmbH vorgenommen, einer hundertprozentigen Tochter der Geysir Europe GmbH. Die sogenannte Aufsuchungserlaubnis der Regierung von Oberbayern für geothermische Wärme liegt der Stadt bereits seit 2006 vor.

Untersuchungen haben ergeben, dass zwei Bohrpunkte auf einem Feld am Laurenzer Weg in Puchheim-Ort vielversprechend sind und etwa 80 Grad heißes Wasser in einer Tiefe von 2.300 Metern zu erwarten ist. "Wir sind ziemlich sicher, wo die wasserführende Schicht verläuft", sagt der berufsmäßige Stadtrat Tönjes. 80 Grad wären für die Wärmeerzeugung ausreichend, für eine Stromerzeugung ist das Wasser jedoch nicht heiß genug. Tönjes stellt optimistisch fest: "Der Standort Laurenzer Weg ist günstig." Ganz in der Nähe im Gewerbegebiet Ikaruspark ist das Blockheizkraftwerk angesiedelt, das das Bayernwerk bisher mit Gas betreibt. Angestrebt wird, was zum Teil schon vereinbart ist, dass der Ikaruspark, der Wohnpark Roggenstein, städtische Bauten und besonders das große Wohngebiet der Planie mit Erdwärme versorgt werden. Geliefert wird die Fernwärme vom Bayernwerk, das das Puchheimer Fernwärmenetz betreibt. Das Energieunternehmen wird laut einer Vereinbarung mit der Stadt die gelieferte Fernwärme auch abnehmen. "Auch mit einem großen Grundeigentümer in der Planie ist bereits ein Vertrag über die Abnahme von Fernwärme getroffen worden", klärt Tönjes im Gespräch mit der SZ auf.

Quelle:  Süddeutsche Zeitung